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Kultur schafft Zukunft

Europäisches Kulturerbejahr 2018: Interessierte tauschen sich im Fagus-Werk über die Potentiale von Kulturerbe aus


Rund 60 Interessierte folgten der Einladung der Landesbeauftragen für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, Heike Fliess, die anlässlich des Europäischen Kulturerbejahres 2018 in das UNESCO-Weltkulturerbe Fagus-Werk eingeladen hatte. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten diskutierten die Anwesenden die Entwicklungsmöglichkeiten des Kulturerbes im Amtsbezirk Leine-Weser. Heike Fliess: „Kulturgut, angefangen bei Kirchen, Schlössern und Klöstern, bis hin zu historischen Produktionsanlagen gilt es nicht nur zu bewahren, sondern auch zu entwickeln und aus der Vergangenheit in die Zukunft mitzunehmen. Gleichzeitig ist Kulturerbe auch eine wirtschaftliche Ressource. Nach Schätzungen trägt die Kulturbranche 4,2 % zum Bruttoinlandsprodukt der EU bei.“

Staatssekretärin Jutta Kremer unterstrich in ihrem Redebeitrag die Bedeutung des kulturellen Erbes: „Kultur und besonders die Investition in die kulturelle Bildung haben einen wichtigen Stellenwert. Auf diese Weise entdecken die Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union das Gemeinsame, das sie Verbindende. Das stärkt nicht nur den so wichtigen sozialen Zusammenhalt. Das stärkt die Europäische Idee insgesamt.“

Zum Auftakt führte Seniorchef Ernst Greten die Teilnehmenden durch das Fagus-Werk in Alfeld, welches seit 2011 zum UNESO-Weltkulturerbe gehört. Dabei konnten die Besucher einen Blick in die aktive Schuhleistenproduktion werfen und in eine 100 Jahre lebende Architektur- und Industriegeschichte eintauchen.

Spannende Einblicke boten die Impulsvorträge von Fachleuten aus Wissenschaft, Denkmalschutz und Tourismuswirtschaft.

Unter anderem berichtete Gerhard Lenz, Geschäftsführer der Erzbergwerk Rammelsberg Goslar GmbH und Stiftungsdirektor UNESCO-Welterbe im Harz, über das UNESCO Welterbe Harz. Im Jahre 2010 wurden dem Erzbergwerk Rammelsberg bei Goslar, der Oberharzer Wasserwirtschaft einschließlich des Klosters Walkenried, der ehemaligen Grube Samson und der Goslarer Altstadt der UNESCO-Weltkulturerbetitel verliehen.

Dr. Christine Schoenemakers von der Universität Hannover berichtete von dem Forschungsverbundprojekte „Cultural Heritage als Ressource?“. Das vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) und der VolkswagenStiftung geförderte Projekt setzt sich mit der Frage auseinander, inwieweit kulturelles Erbe als Ressource für die gesellschaftliche und ökonomische Entwicklung dient.

Frau Dr. Wendland, Landeskonservatorin des Landesamtes für Denkmalspflege und Archäologie aus Sachsen-Anhalt verschaffte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Niedersachsen einen Blick über den Tellerrand. Sie machte in ihrem Vortrag deutlich, dass bei kluger und partizipativer Entwicklungsplanung Welterbestatus ein Verstärker und Katalysator für die Regionalentwicklung sein kann, damit aber auch große Verpflichtungen für die Projektträger vor Ort verbunden sind.

Abschließend hatten die Teilnehmenden Gelegenheit sich im Rahmen der Podiumsdiskussion mit den Experten auszutauschen, inwieweit Kulturerbe Motor für wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung sein kann.

 
Staatssekretärin Kremer bei der Veranstaltung im Fagus-Werk
 
Podiumsdiskussion auf der Veranstaltung im Fagus-Werk
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