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Unterwegs im Amtsbezirk: Verschiedene Themen im Blick

Strukturfördermaßnahmen, Flurbereinigung und Domäne auf der Tagesordnung


Im Rahmen einer Bereisung durch die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen hat Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann der Landesbeauftragten Heike Fliess einen Überblick über bisherige und aktuelle Fördermaßnahmen in der Samtgemeinde gegeben.

Ausgangsort war die Besichtigung der im Dorferneuerungsgebiet von Süstedt befindlichen Anlage der Nolteschen Mühle beziehungsweise der Nolteschen Scheune, welche vom Süster Kring, Verein für Kultur und Heimatpflege, betrieben wird. In vorangegangen EU-Förderperioden wurden bereits im Rahmen von Dorferneuerungsmaßnahmen der Umbau der Scheune zu einer Kultur- und Veranstaltungsscheune sowie notwendige Sanierungsmaßnahmen an der Wassermühle gefördert. Dieses Ensemble hat sich nach und nach zu einem kulturellen Zentrum der Gemeinde entwickelt, in dem zahlreiche Veranstaltungen sowie regelmäßig Mühlentage stattfinden.

Derzeit findet der Wiederaufbau eines zur Verfügung gestellten und unter Denkmalschutz stehenden Speichers statt, in dem passende Räumlichkeiten für Kinder und Jugendliche geschaffen und das dringend benötigte Vereinsarchiv seinen Platz finden soll. Ebenso entstehen Räumlichkeiten, welche den Senioren als Begegnungsstätte dienen.

Durch die Schließung der Gaststätten im Ort sind zusätzliche Räumlichkeiten dringend erforderlich.

Der Wiederaufbau des Speichers bildet zusätzlich eine ideale Ergänzung zum Mühlenensemble.

Das mit 95.850 Euro aus EU-Mitteln geförderte Vorhaben leistet nicht nur einen nachhaltigen Beitrag zur Stärkung der Innenentwicklung von Süstedt. Es trägt durch die Schaffung einer dorfgemäßen Gemeinschaftseinrichtung dazu bei, das dörfliche Gemeinwesen sowie die soziale und kulturelle Infrastruktur zu stärken. Zusätzlich wird eine touristische Attraktivitätssteigerung erreicht. Die stetig wachsende Anzahl der Fahrgäste, die mit dem historischen „Kaffkieker“ einen Zwischenhalt in Süstedt machen, belegen dies eindeutig.

Von Süstedt aus ging es dann nach Ochtmannien, wo eins von derzeit acht Flurbereinigungsverfahren im Gebiet der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen durchgeführt wird. Weitere vier Flurbereinigungsprojekte sind im Gesamtgemeindegebiet in Vorbereitung.

Am Beispiel des im letzten Jahr ausgebauten Benser Weges wurde erläutert, welche Bedeutung der Flurbereinigung bei der Erneuerung des Wegenetzes im ländlichen Raum zukommt, besteht doch hier die Möglichkeit, mit Fördermitteln der EU, des Bundes und des Landes das Wegenetz in einer Gemeinde den heutigen Verhältnissen entsprechend auszubauen.

So werden zum Beispiel im Zuge der vier im Flecken Bruchhausen-Vilsen derzeit anhängigen Verfahren rund 80 Kilometer ländliche Wege über die von Grund auf erneut.

Als nächstes wurde dann das Schlatt „Fuchsberg“ in Ochtmannien besichtigt. Das Schlatt wurde im Rahmen des Projektes „Augen der Landschaft – neu entdeckt“ zusammen mit der Stiftung Naturschutz im Flurbereinigungsverfahren revitalisiert. Hier wird deutlich, dass heutige Flurbereinigungsverfahren zwar immer noch die landwirtschaftlichen Belange im Fokus haben, ergänzt jedoch um eine Vielzahl von Maßnahmen zur Natur- und Landschaftspflege.

Auch hierfür dienen die laufenden Verfahren im Flecken als gutes Beispiel. So wurden mit Förderung des Landes Niedersachsen in den Verfahren bisher rund 32 Kilometer Baum-, Gehölz-, Saum- und Gewässerrandstreifen und rund 18 Hektar flächenhafte Biotope neu geschaffen. Dem Flecken, den Unterhaltungsverbänden und der Stiftung Naturschutz konnten rund 60 Hektar für eigene Biotopmaßnahmen und dem Wasserbeschaffungsverband beziehungsweise den Harzwasserwerken rund 39 Hektar für Zwecke des Trinkwasserschutzes zur Verfügung gestellt werden.

Ein weiterer Zwischenstopp wurde bei der „Behlmer Mühle“ in Engeln eingelegt. Die dort eingesetzten Fördermittel wurden für die Sanierung des Mühlenkopfes, der Galerie sowie der Sanierung des Nebengebäudes verwendet.

Am Nachmittag schloss sich ein Besuch in der Domäne Memsen an, die bereits im Jahr 987 das erste Mal urkundlich erwähnt wird. Im 18. und 19. Jahrhundert befand sich hier ein Gestüt für „Weißgeborene Memser“. Seit 1947 ist die Domäne an die Wirtschaftsgenossenschaft deutscher Tierärzte (WdT) verpachtet, die hier als einziges Werk in Deutschland Seren und Impfstoffe für die Veterinärmedizin herstellen. Auch heute werden hier noch rund 100 Pferde gehalten.

Angekommen in Bruchhausen-Vilsen führte der Weg an mehreren geförderten Projekten im Rahmen der Strukturförderung vorbei. Beispielhaft zu nennen wären hier die Gleisanlagen der Museumseisenbahn, die Tagespflegeeinrichtung Marks, der Wohnmobilstellplatz und der Wasserspielplatz.

Die Bereisung endete an der Klostermühle Heiligenberg. Dort wurde der Neubau eines Gästehauses an der denkmalgeschützten Mühle mit EU-Mitteln gefördert.

Ergänzt wurde dieses Projekt wiederum durch die Flurbereinigung. Gefördert durch das Land Niedersachsen wurden im Verfahren Homfeld-Wöpse Wanderwege mit Beschilderungen angelegt und die Fläche für einen neuen Parkplatz bereitgestellt.

„Der Kontakt zu den Menschen in der Region ist uns sehr wichtig und wir versuchen auch immer, uns ein Bild von den Gegebenheiten vor Ort zu machen. Anhand unserer heutigen Route zeigt sich, wie groß der Nutzen von Instrumenten wie beispielsweise der Flurbereinigung und von Fördermitteln ist, wenn man sieht, wie sie zu kulturellen Zentren, Begegnungsstätten und einer besseren Infrastruktur beitragen“, resümiert Fliess ihren Besuch in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen.

 

v.l.n.r.: Christian Schönfelder (ArL Leine-Weser), Berd Bormann (Samtgemeindebürgermeister Bruchhausen-Vilsen), Heike Fliess (Landesbeauftragte ArL Leine-Weser), Olaf Stührmann (ArL Leine-Weser), Heinrich Dammeier (ArL Leine-Weser), Ehler Meierhans (Vorsitzender TG Ochtmannien-Weseloh), Christa Gluschak (Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen)

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