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Wasserstoffhub Herzen Niedersachsens

Gemeinsamer Besuch von Landesbeauftragter Dinah Stollwerck-Bauer und Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann im Landkreis Nienburg/Weser zum Vorhaben „H2art of Lower Saxony“


Im Landkreis Nienburg/Weser wird die Errichtung eines Hubs zur Speicherung und Verteilung von Wasserstoff geplant. Ergänzt wird dies um die Schaffung von industriellen Kapazitäten zur Wasserstoffherstellung und der Integration in das zukünftige europäische Wasserstoffsystem. Bei der Begehung am Donnerstag, 22. April 2021, besuchten Dinah Stollwerck-Bauer, Landesbeauftragte des Amts für regionale Landesentwicklung (ArL) Leine-Weser, Dr. Bernd Althusmann, Niedersächsischer Wirtschaftsminister, Detlev Kohlmeier, Landrat des Landkreises Nienburg/Weser und weitere Akteure aus Politik und Wirtschaft, den Flecken Steyerberg und die Samtgemeinde Liebenau, um sich vor Ort ein Bild über die geplanten Maßnahmen zu machen. Stationen waren dabei die Firma Oxxynova in Steyerberg und das Gelände der Eickhofer Heide als geplanter Standort.

Seit Mitte 2020 begleitet das ArL Leine-Weser das Projekt „H2art of Lower Saxony“, bei dem Energie für die Elektrolyse zunächst vor Ort regenerativ aus Windenergie gewonnen werden soll. Bei einer Skalierung der Elektrolyse in großindustriellen Maßstab kann die notwendige Energie aus den beiden in der Nähe verlaufenden 380 kV Nord-Süd-Stromtrassen bezogen werden. „Der Standort und die Gegebenheiten bieten ein hohes Potenzial mit der Chance auf einen Wasserstoff- und Energiehub nationaler Bedeutung. Dies bringt neue Wertschöpfung und hilft bei der Energiewende. Wir als ArL unterstützen dieses wichtige Vorhaben mit voller Kraft durch die Vermittlung von Akteuren und unsere Erfahrungen aus anderen Projekten im Amtsbezirk“, sagte Landesbeauftragte Dinah Stollwerck-Bauer.

  Bildrechte: ArL Leine-Weser
Landesbeauftragte Dinah Stollwerck-Bauer

Als weiterer Baustein soll das Chemiewerk Oxxynova dekarbonisiert werden. Hierfür ist geplant, dass eine benachbarte Biogasanlage der Avacon unter Nutzung von lokal erzeugtem Wasserstoff Grundstoffe für die Chemieproduktion bei Oxxynova und/oder für regenerativ erzeugte synthetische Kraftstoffe (E-Fuels) liefert. Außerdem ist ein Wasserstoff-Cluster zusammen mit dem nah gelegenen Gaskraftwerk „Robert Frank“ in Landesbergen und der dortigen Biogasanlage über die bestehenden Strom- und Erdgasleitungen angedacht. Verknüpft werden kann dies mit der Versorgung für die Mobilität vor Ort oder auch von Binnenschiffen an der nahegelegenen Weser mit Wasserstoff oder E-Fuels.

Als Standort des Vorhabens ist das Konversionsgebiet der „Eickhofer Heide“ in der Samtgemeinde Liebenau und dem Flecken Steyerberg geplant. Es liegt im Herzen Niedersachsens in einer für den Transport und die Erzeugung von Wasserstoff günstigen Lage. Neben der Entwicklung einer regionalen Wasserstoffkreislaufwirtschaft eignet sich dieser Ort als wichtiger Knotenpunkt zur Etablierung einer bundesweiten Wasserstoffwirtschaft in einem europäischen Energienetz mit der Wasserstoffelektrolyse im Industriemaßstab. Bereits jetzt ist die Region durch ihre Geschichte der Erdgasförderung sehr gut an das Erdgasfernleitungsnetz angeschlossen.

„Dass das Konversionsgebiet ‚Eickhofer Heide‘ wieder mit industriellem Leben gefüllt werden soll, freut mich sehr – und noch mehr, dass dies mit einem Wasserstoffprojekt gelingen soll. Dies ist ein weiterer Mosaikstein für den Aufbau unserer niedersächsischen Wasserstoffwirtschaft und auf dem Weg zu der so wichtigen Dekarbonisierung der Industrie“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann.

Bildrechte: Flecken Steyerberg
Niedersächsischer Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann
Die grundlegende Skizzierung des Gesamtvorhabens ist bereits abgeschlossen. Für das Projekt steht nun die Bewerbung beim Förderaufruf HyExperts des Bundes an. Bis spätestens 2050 sollen Deutschland und Europa CO2-emissionsfrei sein. Dazu müssen alle Energiekreisläufe in Wirtschaft und Gesellschaft ohne die Nutzung von Kohlenstoff als Energie- oder Prozessträger auskommen. Die Chancen dieser Dekarbonisierung, bei der Wasserstoff ein zentraler Bestandteil ist, sind auch Chancen für die Akteure der Region Leine-Weser.
  Bildrechte: Flecken Steyerberg

Projektvorstellung des Wasserstoffhub im Flecken Steyerberg

Artikel-Informationen

erstellt am:
23.04.2021

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