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Digitale Planungsdaten für mehr Komfort

Raumordnungs-Projekt „PlanDigital“ auf der Zielgeraden zu neuem Geodatenstandard


HILDESHEIM. – Baugebiete sollen entstehen, Umgehungsstraßen geplant und Stromtrassen erneuert werden – für all diese Vorhaben werden Karten und Pläne als Planungsgrundlagen gebraucht, um Flächen und Projekte vorausschauend und möglichst ohne Konflikte entwickeln und realisieren zu können. Zuständig dafür sind die Arbeitsbereiche der Raumordnung und der Stadtplanung, die die Grundlage dafür schaffen, dass beispielsweise Bebauungspläne erstellt werden können. Um die Arbeit der Behörden und auch von Planungsbüros zu vereinfachen und zu standardisieren, läuft seit 2019 und noch bis Jahresende 2022 das Digitalisierungsprojekt „PlanDigital“ im Rahmen der Digitalisierungsoffensive des Landes Niedersachsen.

In diesem Projekt werden Geodaten, also Informationen, die sich räumlich darstellen lassen, digital bereitgestellt. Dazu gehören vor allem die Regionalen Raumordnungsprogramme und Flächennutzungspläne, also Pläne die sich bisher oft noch auf Papier befanden. Sie werden seit Sommer 2020 eingescannt und aufwendig zu digitalen Daten aufbereitet. Dafür zuständig ist das Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) mit seinen Regionaldirektionen im ganzen Land.“

Das Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser (ArL Leine-Weser), das verantwortlich ist für die Umsetzung des Projektes „PlanDigital“ in seinem Amtsbereich, zieht nun eine erste Bilanz: 93 Prozent der Städte und Gemeinden nehmen an „PlanDigital“ teil. Alle übrigen Städte und Gemeinden haben bereits begonnen, ihre Daten selbst aufzubereiten.

Landesbeauftragte Dinah Stollwerck-Bauer freut sich: „Wir haben die Städte und Gemeinden mit insgesamt 25 Beratungsgesprächen begleitet. Inzwischen sind die Daten der Flächennutzungspläne von 26 Teilnehmern unserer 89 Städte, Gemeinden und Samtgemeinden komplett bearbeitet worden. Weitere 36 Kommunen befinden sich in einer wichtigen Vorstufe. Die ältesten Unterlagen sind rund 45 Jahre alt sind und es mussten bis zu 250 Änderungen pro Plan berücksichtigt werden. Der Aufwand ist zwar hoch, aber so ist es uns in Zukunft möglich, Geodaten zwischen allen Planungsebenen verlustfrei und digital auszutauschen. Das wird die Arbeit aller Beteiligten künftig erheblich vereinfachen.“

Wie die Planungsebenen zusammenspielen und letztlich zum Beispiel jeden Hausbesitzer betreffen, lässt sich so verdeutlichen: Das Regionale Raumordnungsprogramm bildet die Grundlage für den Flächennutzungsplan der Städte und Gemeinden. Aus diesem werden die Bebauungspläne erstellt, in denen beispielsweise festgelegt ist, wie hoch der Neubau eines Einfamilienhauses werden darf. Nach Abschluss des Projektes „PlanDigital“ wird der Informationsaustausch zwischen den einzelnen Planungsbereichen und Behörden deutlich vereinfacht. Außerdem beschleunigt sich auch die Abwicklung künftiger Planungsverfahren.

Zum Abschluss des Projektes sollen letztlich alle Daten der Regionalen Raumordnungsprogramme und Flächennutzungspläne in Niedersachsen digitalisiert vorliegen. Außerdem wird an der Verstetigung des Projektes gearbeitet: Die Daten sollen einerseits in einem öffentlichen Geoportal für alle verfügbar sein, zum anderen auf einer Plattform (der sogenannten XPlan-Box) zum Download für Behörden, Planungsbüros und anderen Interessenten bereitgestellt werden.

Hintergrundinformationen:
Der Datenstandard XPlanung (XPlanGML) ist seit dem 5. Oktober 2017 auf Bundes-und Landesebene für Raumordnungs- und Bauleitpläne verbindlich eingeführt.

Das Projekt ist ausgestattet mit Mitteln des Sondervermögens Digitalisierung.

Weitere Informationen zum Thema sind auf der Webseite des Projektes zu finden: https://www.ml.niedersachsen.de/plandigital/plandigital-193190.html

Was ist Raumordnung?
Raumordnung ist die planmäßige und in Plänen dargestellte Ordnung, Entwicklung und Sicherung von Regionen, Ländern und auch dem Bundesgebiet.

An den Raum und seine Ressourcen werden vielfältige und häufig konkurrierende Nutzungsansprüche gestellt: Dazu zählen zum Beispiel der Bau und Ausbau von Verkehrsinfrastruktur, die Entwicklung von Städten und Dörfern, der Abbau von Rohstoffen, die Ausweisung von Flächen für die Windenergienutzung, der Bau und Ausbau von Energieleitungen, land- und forstwirtschaftliche Nutzungen oder auch die Ausweisung von Standorten für Industrie, Gewerbe, großflächigen Einzelhandel und Freizeitinfrastruktur.

Bei der Gestaltung und Entwicklung unseres Lebensumfeldes müssen die unterschiedlichsten Nutzungsinteressen berücksichtigt werden. Dabei gilt es auch immer, neben den individuellen, auch die übergeordneten Belange des Gemeinwohls zu wahren.


Eine vorausschauende Planung, sowie eine koordinierende und abwägende Moderation durch die Raumordnung trägt dazu bei, Raumnutzungskonflikte zu vermeiden oder zu entflechten und eine nachhaltige, also eine sozial, ökologisch und ökonomisch verträgliche Raumentwicklung zu sichern.

Welche Aufgaben nimmt das ArL LW im Bereich Raumordnung wahr?
Das Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser berät und unterstützt in seiner Zuständigkeit als obere Landesplanungsbehörde die Landkreise Diepholz, Nienburg, Schaumburg, Hameln-Pyrmont, Holzminden, Hildesheim und die Region Hannover bei der Aufstellung ihrer Regionalen Raumordnungsprogrammen, ist aber zugleich auch die Genehmigungsbehörde für die von den Kreistagen der genannten Landkreise und der Regionsversammlung der Region Hannover beschlossenen Regionalen Raumordnungsprogramme. Darüber hinaus ist das Amt zuständig für die Führung des Raumordnungskatasters in seinem Amtsbereich und kann, unter bestimmten Voraussetzungen, auch für die Durchführung von Raumordnungsverfahren von übergeordneter Bedeutung zuständig sein.

Die unterschiedlichen Ansprüche an die Nutzung von Flächen bergen sowohl Chancen als auch Konflikte. Das Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser wirkt deshalb bei der Konkretisierung und Umsetzung von Aufgaben der Raumordnung aufgrund seiner Kenntnisse über Strukturen, Merkmale und Besonderheiten "seiner Region" aktiv mit. Ein wesentliches Ziel ist es, die Landkreise Diepholz, Nienburg, Schaumburg, Hameln-Pyrmont, Holzminden, Hildesheim und die Region Hannover bei ihren Aufgaben als untere Landesplanungsbehörde und Träger der Regionalplanung zu unterstützen, zu beraten und gemeinsam eine sozial, ökologisch und wirtschaftlich verträgliche Raumnutzung und -entwicklung sicherzustellen.

Zusätzliche Informationen über die Raumordnung und Landesplanung in Niedersachsen sowie das Landes-Raumordnungsprogramm finden Sie auf den Internetseiten des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz als oberste Landesplanungsbehörde.

Collage Planungsebenen   Bildrechte: ArL Leine-Weser
Collage Planungsebenen
Karte PlanDigital Umsetzung FNP Leine-Weser   Bildrechte: ArL Leine-Weser
Karte PlanDigital Umsetzung FNP Leine-Weser
Diagramm PlanDigital Umsetzung FNP Leine-Weser   Bildrechte: ArL Leine-Weser
Diagramm PlanDigital Umsetzung FNP Leine-Weser
FNP Plangrafik neu   Bildrechte: ArL Leine-Weser
FNP Plangrafik neu
FNP Plangrafik alt   Bildrechte: ArL Leine-Weser
FNP Plangrafik alt
Pressemitteilung zum Download

 PM 05 Plan Digital

Artikel-Informationen

erstellt am:
23.02.2022
zuletzt aktualisiert am:
28.02.2022

Ansprechpartner/in:
Andreas Pilz

Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser
Bahnhofsplatz 3-4
31134 Hildesheim
Tel: +49 5121 6970-193
Fax: +49 5121 6970-202

www.arl-lw.niedersachsen.de

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