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Dorfladen Bolzum und Dorfladennetzwerk stoßen überregional auf Interesse

Delegation aus Thüringen informiert sich in Sehnde über Nahversorgung im ländlichen Raum


HANNOVER/SEHNDE. Von Berlin nach Bolzum: Was mit einem Gespräch auf der Landwirtschaftsmesse „Grüne Woche“ begann, führte nun eine Delegation aus dem Kyffhäuserkreis in Thüringen um Landrätin Antje Hochwind-Schneider nach Sehnde. Dort informierten sich die Gäste darüber, wie Nahversorgung und Dorfleben durch gemeinschaftliches Engagement gestärkt werden können. Zudem erhielten sie Einblicke in das gemeinsame Dorfladennetzwerk der Region Hannover und des Amtes für regionale Landesentwicklung Leine-Weser (ArL Leine-Weser).

Zum Auftakt des Besuchs begrüßten Sehndes Bürgermeister Olaf Kruse und Ottmar von Holtz, Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, im Klimazentrum Sehnde. Vertreterinnen und Vertreter der Region Hannover und des ArL Leine-Weser stellten anschließend das Dorfladennetzwerk und Fördermöglichkeiten für Projekte der ländlichen Entwicklung vor.

  Bildrechte: ArL Leine-Weser
Delegation um Landrätin Antje Hochwind-Schneider (Mitte vorne) aus dem Kyffhäuserkreis in Thüringen besuchte Dorfladen Bolzum.

„Gerade in kleineren Orten sind Dorfläden wichtige Bausteine für Lebensqualität und Gemeinschaft. Über Förderprogramme wie LEADER oder ZILE unterstützen wir Kommunen dabei, solche Projekte auf den Weg zu bringen. Der Austausch innerhalb des Dorfladennetzwerks und mit anderen Regionen ist dabei besonders wertvoll, weil gute Beispiele Mut machen können“, sagte von Holtz.

Auch Kruse betonte die Bedeutung solcher Initiativen: „Der Besuch der Delegation aus Thüringen im Dorfladen Bolzum ist auf einen Kontakt anlässlich der diesjährigen „Grünen Woche“ in Berlin zurückzuführen. Dieses Interesse zeigt, welche zentrale Rolle solche Einrichtungen für das gesellschaftliche Leben im ländlichen Raum spielen. Der Dorfladen ist nicht nur ein Ort der Nahversorgung, sondern auch ein wichtiger Treffpunkt für die Menschen vor Ort. Hinter diesem erfolgreichen Projekt stehen viel ehrenamtliches Engagement und Gemeinschaftssinn. Solche Initiativen stärken die Lebensqualität in unseren Dörfern und verdienen große Anerkennung sowie politische Unterstützung.“

„Einen Dorfladen zu gründen und vor allem ihn dauerhaft erfolgreich zu führen, ist eine enorme Herausforderung“, ergänzte Sonja Beuning, Fachbereichsleiterin Planung und Raumordnung der Region Hannover. „Das Netzwerk Dorfläden hilft Dorfgemeinschaften seit mehr als zehn Jahren dabei: mit finanzieller Förderung, kostenlosen Fortbildungen und einem regelmäßigen Erfahrungsaustausch. Das Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, was möglich ist, wenn ehrenamtliches Engagement und institutionelle Unterstützung zusammenwirken.“

Zwei- bis dreimal im Jahr treffen sich die Dorfläden aus der Region Hannover und Umgebung, organisiert von Region und dem ArL Leine-Weser, jeweils in einem der Läden. Ziel ist es, Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und neue Ideen für die Nahversorgung im ländlichen Raum zu entwickeln.

Zum Abschluss des Besuchs nutzte die Delegation die Gelegenheit, sich den Dorfladen Bolzum aus nächster Nähe anzusehen und sich mit den Engagierten vor Ort auszutauschen. Viele ländliche Regionen stehen vor ähnlichen Herausforderungen, insbesondere wenn es um die Sicherung der Nahversorgung geht. Das Zusammenspiel aus ehrenamtlichem Engagement vor Ort und fachlicher Unterstützung durch Verwaltung und Förderprogramme macht das Modell aus der Region Hannover für die Gäste besonders interessant: „Bolzum zeigt, dass die Nahversorgung im ländlichen Raum nicht allein eine wirtschaftliche Frage ist, sondern auch eine gesellschaftliche. Der Dorfladen ist auf Initiative engagierter Bolzumer Bürgerinnen und Bürger entstanden und wird getragen von der Bereitschaft, sich einzubringen und ehrenamtlich mitzuarbeiten. Wir erhoffen uns von unserem Besuch wertvolle Einblicke, wie solche gemeinschaftlichen Modelle entstehen und langfristig funktionieren können“, sagte Antje Hochwind-Schneider.

Hintergrundinformationen:

Das Dorfladennetzwerk besteht seit 2015. In enger Zusammenarbeit unterstützen die Region Hannover und das ArL Leine-Weser Dorfläden im Amtsbezirk mit finanzieller Förderung, Fortbildungsangeboten und Beratung. Bei der Gründung begleitet das ArL Leine-Weser engagierte Bürgerinnen und Bürger von der ersten Idee über die Planung bis zur Finanzierung. Erst Anfang März 2026 wurde ein weiterer Dorfladen in das Netzwerk aufgenommen. Mittlerweile gehören 14 Dorfläden zum Netzwerk.

Artikel-Informationen

erstellt am:
18.03.2026

Ansprechpartner/in:
Herr Aue

Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser
Bahnhofsplatz 3-4
31134 Hildesheim
Tel: +49 5121 6970-150
Fax: +49 5121 6970-202

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