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Landesbeauftragte überreicht Bescheid für Fördergelder für „Cultural Hub“

Hildesheim. Das Projekt „Cultural Hub“ der Stadt Hildesheim erhält Fördermittel in Höhe von 126.000 Euro aus dem „Programm zur Förderung von Demografie-Projekten im Bereich der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg“. Am Donnerstag, 21. Januar, überreichte die Landesbeauftrage für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, Dinah Stollwerck-Bauer, den Förderbescheid im Rahmen einer virtuellen Übergabe an Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer. Auch wenn Hildesheim nicht den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“ errungen hat, sollen doch zahlreiche Projekte aus der Bewerbung verwirklicht werden. Eines der Projekte ist der sogenannte „Cultural Hub“, der am Angoulêmeplatz, mitten in Hildesheim entstehen und Studierende, Kulturschaffende und lokale Unternehmen an einem Ort zusammenbringen soll.

Mit dem „Cultural Hub“ soll der Kultur- und Kreativsektor nachhaltig gestärkt und zugleich die Gemeinschaft in der Region gefördert werden. Digitalisierung, Think Tank, Startups, Kreativwirtschaft, Experimentierbühne, all das sind Begriffe für die der „Cultural Hub“ als Überschrift steht. „Der Cultural Hub ist eine wertvolle Einrichtung, die die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung der Stadt Hildesheim und der Region stärken wird. Er füllt Lücken und hebt bislang nicht genutzte Potentiale, etwa in der stärkeren Verknüpfung der örtlichen Hochschulen und der Wirtschaft mit der Kreativszene. Für den Aufbau und die Nachhaltigkeit eines solchen Projekts können wir mit der Förderung einen wichtigen Anschub geben. Ich freue mich daher sehr, Ihnen heute diesen Förderbescheid überreichen zu können“, sagte Dinah Stollwerck-Bauer.

Das leerstehende Gebäude am Angoulêmeplatz 2 wurde von einem Ehepaar gekauft, um es zum „Cultural Hub“ umzubauen und kostengünstig zu vermieten. Die Förderung durch das Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser (ArL) ermöglicht es der Stadt Hildesheim nun, die im Projektbüro Hildesheim 2025 begonnene Arbeit weiterzuführen und das Projekt gemeinsam mit zahlreichen Partnern auf den Weg zu bringen. Unter anderem planen die Stiftung Universität Hildesheim und die Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) ihre Angebote für Studierende und Start-Ups im „Cultural Hub“ einzubringen.

Zur Realisierung des Projekts kann die Stadt Hildesheim nun eine Projektkoordinatorin engagieren, externe Expertise hinzuziehen sowie den Projektstart unterstützen. Der neue Ort für die Kreativen und Visionäre mitten in Hildesheim soll wirtschaftlich so konzipiert werden, dass keine Fördermittel herangezogen werden, die ansonsten der Kulturszene zur Verfügung stünden. „Wir wissen, dass Hildesheim deutschlandweit als wichtiger Ausbildungsort für Kunst, Kultur und Kreativität bekannt ist. Und gleichzeitig wissen wir, dass der Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt“, so Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer, der sich für die Förderung und die Vermittlung durch das ArL bedankte. „Auf dieser Grundlage möchten wir am Angoulêmeplatz einen Ort schaffen, an dem kreative Köpfe die Möglichkeit erhalten, nach Abschluss der Ausbildung, ihre Arbeit zu professionalisieren und ggf. mit den Ideen der Kultur- und Kreativwirtschaft sowie lokalen Unternehmen zu bündeln. Hierzu planen Akteure aus den Bereichen der Wirtschaftsförderung, Unternehmerverbände und Hochschulen, vielfältige Beratungs-, Fortbildungs- und Unterstützungsangebote insbesondere zur Gründungsförderung zu realisieren. Indem hier außerdem das Kulturbüro der Stadt, Festivalbüros und Veranstaltungsräume untergebracht werden, sollen Kunst und Kultur noch sichtbarer in der Innenstadt gemacht werden sowie ein Schaufenster für das kreative Wirken in Hildesheim entstehen.“

Auch Matthias Ullrich, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hildesheim Region (HI-REG), sieht ein großes Potential in dem Projekt: „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben jahrelange Erfahrung, wenn es um die Begleitung und Beratung von Existenzgründerinnen und Existenzgründern geht. Dieses Know-How könnte im Cultural Hub noch mehr junge Kreative erreichen, die in die Selbstständigkeit starten.“ Die Möglichkeit für den Austausch und Kooperationen unter kreativen Startups und mit der Wirtschaft soll nicht nur regional, sondern auch international geprägt sein. Zugleich soll eine Kontaktvermittlung zwischen Kulturschaffenden und Unternehmen auch die regionale Wirtschaft stärken und neue Perspektiven für Studierende eröffnen und damit auch Möglichkeiten, nach dem Studium in Hildesheim zu bleiben.

Mit über 10.000 Studierenden ist Hildesheim bereits eine Studierendenstadt. Die Stadt ist national und international unter anderem für ihre gut ausgebildeten Gestalterinnen/Gestalter und Kulturwissenschaftlerinnen/-schaftler bekannt. „Der Fakultät Gestaltung auf dem Campus Weinberg entspringt bereits eine lebendige Gründerszene“, betont Prof. Dr. Christoph Kolbeck, bei der HAWK verantwortlich für den Bereich Unternehmensgründung. Der „Cultural Hub“ könne diese Entwicklung stärken sowie die Attraktivität der Stadt steigern. Schließlich habe man als Gründende nicht nur in Hamburg oder Berlin eine Chance. „Gründergeist, Ideen und inspirierende Projekte gibt es auch hier!“

Julius Heinicke, Professor für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim, sieht großes Potential darin, im „Cultural Hub“ weiterzuverfolgen, was mit der Bewerbung Hildesheims zur Kulturhauptstadt Europas angestoßen wurde. „Der Entwurf des künstlerischen Programms für Hildesheim 2025 hat mich begeistert. Wir sollten uns selbstverständlich weiterhin für eine nachhaltige Kulturentwicklung einsetzen. Oder für eine stärkere internationale Vernetzung der lokalen Kulturszene.“ Diese mutigen, progressiven Ideen könnten auch dazu beitragen, dass Hildesheim für Studierende noch attraktiver werde.

  Bildrechte: ArL Leine-Weser
Landesbeauftragte Dinah Stollwerck-Bauer überreicht Förderbescheid an Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer

Hintergrundinformationen zum Förderprogramm für Demografie-Projekte im Bereich der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg

Für die Umsetzung von Projekten, die auf den Empfehlungen des Zukunftsforums basieren, stehen in den Jahren 2016 bis 2022 Fördermittel des Landes Niedersachsen für den Bereich der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg zur anteiligen Finanzierung zur Verfügung. Das 35-köpfige Expertengremium aus Wissenschaft, Wirtschaft, Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern, Gewerkschaften, Kommunalen Spitzenverbänden, Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege, Sozialverbänden, Kirchen, Religionsgruppen und anderen gesellschaftlichen Gruppen hat sich in mehreren Arbeitszyklen mit den Themenfeldern „Bildung und Mobilität im demografischen Wandel“, „Stärkung von kleinen und mittelgroßen Städten im ländlichen Raum“ und den Chancen der Digitalisierung für die Gestaltung des demografischen Wandels befasst. Die Ergebnisse daraus dienen als Grundlage für entsprechende Förderprojekte, die über das ArL Leine-Weser beantragt werden können.

Ansprechpartner beim ArL Leine-Weser: Matthias Maring, Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, Bahnhofsplatz 3-4, 31134 Hildesheim, Tel.: +49 5121 6970-123, matthias.maring@arl-lw.niedersachsen.de

Ansprechpartnerin bei der Stadt Hildesheim: Sabine Zimmermann, Stabsstelle Kultur und Stiftungen, Judenstraße 20, 31134 Hildesheim, Tel.: + 49 (0) 5121- 301- 4046, Mobil: + 49 (0) 172-286 03 25, E-Mail: s.zimmermann@stadt-hildesheim.de

Weitere Informationen zum Förderprogramm >>

Artikel-Informationen

erstellt am:
21.01.2021
zuletzt aktualisiert am:
22.01.2021

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