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5. Bündnisversammlung des Regionalen Fachkräftebündnisses Leine-Weser

Rückblick auf ein herausforderndes Jahr und Ausblick auf eine neue Förderperiode


Anfang Dezember 2020 versammelte sich das Regionale Fachkräftebündnis Leine-Weser zum fünften Mal, um gemeinsam eine Jahresabschlussbilanz zu ziehen. Doch eines ist dieses Mal anders, aufgrund der Corona-Pandemie fand das Treffen virtuell statt. Dennoch war der Austausch zwischen den 36 Teilnehmern anregend und informativ. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Landesbeauftragte Dinah Stollwerck-Bauer, in der sie auf die enormen Schwierigkeiten für die Wirtschaft in 2020 infolge der Pandemie verbunden mit großen Herausforderungen für die Zukunft hinwies und ihren Dank an alle Beteiligten des Fachkräftebündnisses für ihren Einsatz, insbesondere in diesen herausfordernden Zeiten, richtete, stellten anschließend beispielhaft drei Projektinitiatoren sich und ihre Arbeit vor.

Projekt „Welcome Center Hildesheim“ stellt Neustrukturierung vor

Matthias Ullrich, Geschäftsführer Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hildesheim-Region und Svenja Kreutzkam, zukünftige Projektleiterin Welcome Center Hildesheim, berichteten über die Neustrukturierung des Welcome Centers Hildesheim, das erst im Februar 2020 eröffnet wurde. Ursprüngliches Ziel sei es gewesen, regionale Unternehmen und nationale sowie internationale Fachkräfte miteinander zu vernetzen und letztere in den hiesigen Arbeitsmarkt zu integrieren, erläuterte Kreutzkam. Aufgrund der Corona-Pandemie habe sich der Schwerpunkt nun auf die Fachkräftesicherung verlagert. Arbeitnehmer, die von Unternehmensschließungen aufgrund der aktuellen Lage betroffen seien, sollen in der Region aufgefangen werden. Dabei sei das Zusammenspiel zwischen den Partnern, wie Arbeitsagentur, IHK oder Jobcenter, in der Region sehr wichtig, sagte Ullrich.

Projekt „Digitale Kompetenzen in der Weiterbildung“ stellt sich vor

Alexandra Engel, Professorin an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen, berichtete zum aktuellen Stand des Projektes „Digitale Kompetenzen in der Weiterbildung“ mit Schwerpunkt auf das Teilprojekt am Standort Holzminden, welches sich auf Weiterbildungsmaßnahmen in der Pflege konzentriert. Ziel des gesamten Projektes ist es, ein auf die regionalen Bedarfe ausgerichtetes Weiterbildungskonzept für Unternehmen in ländlichen Regionen zu entwickeln. In Holzminden stehe derzeit die Etablierung einer regionalen Plattform für Kurzzeitweiterbildungen im Bereich Pflege im Fokus, berichtete Engel. Ziel sei es, Weiterbildungsangebote dort zu bündeln und besser sichtbar sowie zugänglicher zu machen. Der Starttermin für die Plattform ist Januar 2021. Insgesamt liege die Pflegebranche in Bezug auf das Thema Digitalisierung weit hinter anderen Bereichen zurück, erläuterte Engel weiter. Hierzu starte das Projekt in Kürze mit Experteninterviews und Diskussionsforen, um die aktuelle Situation und künftigen Bedarfe zu evaluieren.

Projekt „Robonatives Initiative“ stellt sich vor

Jasmin Grischke von der Robokind Stiftung berichtete über das Projekt „Robonatives Initiative“, welches sich zur Aufgabe gemacht hat, unter anderem dem Fachkräftemangel mithilfe von Robotik und künstlicher Intelligenz entgegen zu wirken. Insbesondere in der aktuellen Coronona-Pandemie könne das Thema Robotik neue Möglichkeiten schaffen, so Grischke. Derzeit würden Roboterfabriken etabliert, wo der Umgang mit Robotern erlernt werden kann. Hierfür seien zudem bereits eine Vielzahl an Trainern ausgebildet worden. Zudem sei ein umfassendes Robonatives-Netzwerk für den Austausch zu diesem Thema entstanden sowie eine Online-Lernplattform.

Ausblick auf die neue Förderperiode 2021-2027

Zum Abschluss gab Stefan Friedrich vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung einen Ausblick auf die neue Förderperiode 2021-2027. Zuvor betonte er jedoch die wertwolle Arbeit des Fachkräftebündnisses für die Region. Er lobte das Bündnis als einen sehr aktiven Zusammenschluss, der von allen Regionalen Fachkräftebündnissen in Niedersachsen am meisten Anträge in der laufenden Förderperiode gestellt und damit Vorhaben zur Sicherung von Fachkräften umgesetzt habe.

Auch in der kommenden Förderperiode sei die Unterstützung der Fachkräftebündnisse durch das Ministerium gewiss. Insbesondere sollen „Strukturprojekte zur Fachkräftesicherung“, die durch landkreisübergreifende Zusammenarbeit der Regionalen Fachkräftebündnisse auf den Weg gebracht werden, eine Förderung erhalten sowie Fachkräftebüros etabliert werden. Während die bisherigen Fördermöglichkeiten von Projekten zur beruflichen Weiterbildung und Qualifizierung von Arbeitslosen zukünftig über die geplante Qualifizierungsinitiative des Landes Niedersachsen beantragt werden können.

Hintergrundinformationen Regionale Fachkräftebündnisversammlung

Das Land Niedersachsen unterstützt acht Regionale Fachkräftebündnisse zur Verbesserung der Fachkräftesituation und Verankerung der Fachkräfteinitiative Niedersachsen in den Regionen. Sie decken ganz Niedersachsen ab. Die Fachkräftebündnisse sind vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung bis August 2021 anerkannt.

Die jährliche öffentliche Bündnisversammlung des regionalen Fachkräftebündnisses Leine-Weser dient dem Austausch aller relevanten und interessierten Arbeitsmarktakteure der Region. Sie soll dazu dienen, anhand der Vorstellung durchgeführter oder geplanter Praxisbeispiele, sämtlichen Beteiligten und Interessierten die Arbeit des Fachkräftebündnisses zu präsentieren und über weitere Schritte zu diskutieren.


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Artikel-Informationen

erstellt am:
15.12.2020
zuletzt aktualisiert am:
05.03.2021

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