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Ländliche Gesundheitsversorgung sichern: 2. Forum Leine-Weser bringt Akteure an einen Tisch

Besonders in der Grippezeit betrifft es viele: man wird krank, muss zum Arzt, freut sich über kurze Wege, kurze Wartezeiten, genug Zeit für die Behandlung. Doch die hausärztliche Versorgung zählt schon heute zu den zentralen Herausforderungen für Kommunen - vor allem im ländlichen Raum. Niedergelassenen Ärzten fällt es immer schwerer, Nachbesetzungen für die eigene Praxis zu finden und Neueröffnungen ‚klassischer' Einzelpraxen bleiben eher die Ausnahme.

Städte und Gemeinden waren in der Vergangenheit unterschiedlich erfolgreich bei dem Versuch, die Ärzteversorgung sicherzustellen, sind aber immer häufiger Leidtragende der Entwicklungen. Um sie bei ihren Bemühungen zu unterstützen und neue Wege zur Bewältigung der Schwierigkeiten aufzuzeigen, veröffentlichte das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Leine-Weser die Broschüre „Hausarzt (m/w) gesucht!" mit Tipps zum Herangehen, Fördermöglichkeiten und Hintergrundinformationen zur Situation.

Hausarzt (m/w) gesucht! Broschüre des Amtes für regionale Landesentwicklung Leine-Weser für Kommunen

Am 12. März 2018 brachte die Behörde aus diesem Anlass Akteure aus Niedersachsen an einen Tisch und lud zur Podiumsdiskussion mit Mark Barjenbruch, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), und Dr. Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, nach Nienburg ein. Mit Gert-Peter Rohner war außerdem ein praktizierender Hausarzt vor Ort, Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer der Grafschaft Hoya saß stellvertretend für die Gemeinden auf dem Podium.

 
v.l.n.r.: Heike Fliess, Dr. Martina Wenker, Mark Barjenbruch, Gert-Peter Rohner, Detlev Meyer
„Die Hausarztversorgung in Niedersachsen ist ein Angelpunkt der Zukunft der Gesundheitsversorgung - auch in unserem Bezirk Leine-Weser mit seinen sechs Landkreisen und der Region Hannover. Daher gehört es für uns als Amt für regionale Landesentwicklung zu unserer Aufgabe, zusammen mit den Kommunen und der Landesverwaltung sowie mit den zuständigen Institutionen der Gesundheitsversorgung gemeinsam zu überlegen, wie wir im Bereich der medizinischen Daseinsvorsorge eine Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in allen Landesteilen entwickeln können," erläuterte Heike Fliess, Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Leine-Weser.
In vielen Regionen im Bereich Leine-Weser sind bereits mehr als ein Drittel der Hausärzte 60 plus oder in Zahlen ausgedrückt: 445 von 1356 praktizierenden Hausärzten in der Region sind 60 Jahre oder älter. Junge Allgemeinmediziner rücken oft nicht nach, besonders im ländlichen Raum. Die Gründe dafür sind vielfältig: weniger
Absolventen des allgemeinärztlichen Medizinstudiums, aus Sicht der jungen Ärzte nicht bevorzugte Rahmenbedingungen für eine Praxisübernahme, räumliche Präferenzen bei der Suche nach einem Arbeitsplatz. Daher versuchen Kommunen seit Jahren, Ärzte mit verschiedenen Anreizen anzulocken und zu binden - mit teils nur
zweifelhaftem Erfolg.
„Wir möchten die an der Gesundheitsversorgung beteiligten Akteure dabei unterstützen, sich zu vernetzen und Lösungen zu finden, um die ärztliche Versorgung sicher zustellen", so die Landesbeauftragte fFliess weiter. Ein großes Anliegen sei Ihr dabei, die Bedürfnisse der Ärzte ebenso im Blick zu behalten, wie die der Bürger und Patienten vor Ort.
 
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 2. Forums Leine-Weser
 

Hausarzt (m/w) gesucht!

Einladungsflyer zum 2. Forum Leine-Weser am 12.03.2018 in Nienburg

Das 2. Forum Leine-Weser mit Podiumsdiskussion anlässlich des Erscheinens der neuen Broschüre „Hausarzt (m/w) gesucht!" findet am Montag, den 12.03.2018 um 15.00 Uhr im Hotel Weserschlösschen in Nienburg statt.

 Einladungsflyer zum 2. Forum Leine-Weser am 12.03.2018 in Nienburg
(PDF, 0,80 MB)

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
N.N.

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